Das hat George Orwell einmal gesagt – und genau deshalb hassen Autokraten und Diktatoren eines ganz besonders: Humor.
Scherz, Satire, Selbstironie sind ihre natürlichen Feinde. Deshalb schleifen sie – neben der Pressefreiheit – die (Klein)Kunstfreiheit immer sehr schnell; oder schaffen sie gar gleich ab.
Humorlosigkeit zeichnet auch oft die Anhänger, Wähler und Mitglieder autoritärer Parteien aus. Kleinkünstler bekommen das hin und wieder zu spüren. Selbst wenn sie gar kein politisches Kabarett machen wie ich zum Beispiel. Ehrlich. Meine Programme enthalten immer nur leichte Spuren von Politik.
Diese führen zum Beispiel zu der Erkenntnis, dass eine jenseits des rechten Randes immer stärker werdende Partei Ähnlichkeiten mit dem Moorfrosch hat. Das ist ein Lurch aus der Gruppe der Braunfrösche (sic !), der sich beim Balzen blau (sic !!) verfärbt. Leider gibt es aber einen fundamentalen und furchteinflößenden Unterschied. Der Moorfrosch ist vom Aussterben bedroht.
Über diesen tierischen Vergleich waren zwei AfD-nahe Damen so empört, dass sie unlängst meinen Auftritt direkt nach dieser Kurzeinführung in die Amphibienkunde verlassen haben. Schade eigentlich. Sie hätten sich durchaus anhören sollen, was ich im Laufe des Abends noch so zu sagen und vorzulesen hatte; unter anderem aus einem Buch des Thüringer Landeschefs (dessen Name – fällt mir gerade so auf – die Initialien weiblicher Dessous trägt). In diesem Buch steht, was er mit diesem Land so vorhat. Nichts Gutes.
Aber da waren die Damen schon entfleucht. Und haben mir damit ein echtes Geschenk gemacht … die berühmte Steilvorlage. Denn nach jeder meiner wenigen politischen Einlassungen (ich mache wirklich kein politisches Kabarett, nur ein kleines Bisschen) habe ich mein Publikum gefragt, wer den Raum jetzt verlassen wolle. Die Lacher waren mir sicher, der Spott eilte den hinweg geeilten Damen hinterher und alle anderen sind geblieben.
Die Ladies hätten das sicher auch getan, wenn sie das gewusst hätten. Denn nicht nur George Orwell wusste um die Wehrhaftigkeit des Witzes, sondern auch der von mir hoch verehrte Kurt Tucholsky, von dem dieses wunderbare Zitat stammt: „Spott ist die Waffe derer, die keine anderen Waffen haben, und oft die wirksamste.“