20. September – das Herbstzeit-Los …

… trifft uns alle. Mich persönlich sehr hart. Herbst finde ich schwierig, auch wenn er manchmal antäuscht und sich als Altweibersommer tarnt. Aber hinter der milden Mittagssonne lauern am Ende doch nur kühle Nächte und kahle Bäume, Nebelschleier über Morgentau und Abendgrau, eine immer früher eintretende Verdunkelung am Ende und eine immer spätere Erhellung am Beginn des Tages.

Nolens volens reift die Erkenntnis reift: Der Sommer ist unwiderruflich vorbei. Für lange Zeit. Denn sechs Monate Herbst und Winter dauern viel länger als sechs Monate Frühling und Sommer. Das ist ein alternativer Fakt und meine gefühlte Wahrheit.

Kurzum: Ich kenne den Herbst-Blues und habe ihn dieses Jahr mit den Mitteln bekämpft, die ich in meinem aktuellen Kabarettprogramm propagiere: Perspektivwechsel und therapeutische Reime. Denn hey, gegen den Herbst kann man wunderbar andichten und eigentlich ist er doch nur eins: ein sehr früher Vorbote des Frühlings.

Den Herbst mag ich besonders gern,
denn dann ist Weihnachten nicht fern.

Und ist dies Fest dann auch geschafft,
dann geht es los mit voller Kraft

ins nächste Jahr, den Januar,
der nicht mehr ist, was er mal war.

Einst gab es dort noch Eis und Schnee.
Der Frost, die Kälte taten weh.

Doch heute tarnt er sich als März,
wärmt frühlingshaft Gemüt und Herz.

Das find ich schön, den Winter schlecht,
drum ist sein Ausfall mir nur recht.

Kurz:
Der Herbst läutet den Frühling ein
Und deshalb ist der Herbst schon fein.