
Oh, war das schön … ich habe zum ersten Mal in der Engelsburg gespielt. Nein, nicht der in Rom. Da ist mir die Anreise zu lang. Außerdem kann man dort nie sicher sein, ob nicht womöglich der Papst auftaucht. Schließlich ist der Vatikan durch einen unterirdischen Tunnel mit der Engelsburg verbunden.
Die Engelsburg, die ich meine, liegt im Frankfurter Westen, in Sindlingen, um genau zu sein. Ihren (Spitz)namen verdankt sie nicht irgendwelchen geflügelten Himmelsboten, sondern dem Frankfurter Stadtverordneten Karl Engel, der sich in den 60er Jahren für diese Bildungs- und Kulturstätte stark gemacht hat, die im Laufe der Zeit vielfältig genutzt wurde.
Nur drei Beispiele:
Die Stadt Frankfurt fand hier ein Ausweichquartier für die RAF-Prozesse. Die älteren unter meinen Leserinnen und Lesern erinnern sich bestimmt daran. Also vermutlich alle.
Die Grünen gründeten sich eben dort und beschlossen bei einer Versammlung, dass sie fürderhin nicht weiterhin eine „sonstige politische Vereinigung“ bleiben, sondern eine richtige Partei werden wollen.
Der Erfinder des Erotikobstes stand auf der Sindlinger Bühne, ein kesses Früchtchen namens Hugo Egon Balder, der mit „Tutti Frutti“ eine der ersten Trash-TV-Shows im deutschen Fernsehen moderierte. Diese Show hatte wenigstens noch Vitamin C. Seitdem folgten viele weitere, weniger nährstoffreiche und damit höchst überflüssige.
Kurz: Mehr Vielfalt ist kaum möglich.
Seit zwei Jahren bespielt nun ein überaus engagiertes Team dieses Haus mit dem „Theater in der Engelsburg“ und lädt zu Theater, Musik und Kleinkunst.
Und in diesem Haus – einem brutalistischen Bau aus den 60ern – habe auch ich gespielt. Es war mir eine große Freude und nach meinem Eindruck habe ich diese mit dem Publikum und dem Veranstalter geteilt.
Für alle, die nicht dabei waren, gibt es hier ein paar Impressionen und den sachdienlichen Hinweis, dass ein Besuch bei „Freudig erregt“ natürlich jederzeit nachgeholt werden kann:


