Das Wort „lernen“ steht für viele Menschen in der Beliebtheitsskala relativ weit unten. Aber ich glaube, das ist nur ein großes Missverständnis.
Meine Hypothese: Zu viele Menschen hören „lernen“ und denken „Schule“. Ich selbst habe zwar kein Schultrauma, sondern unbeschwerte und vergnügliche Erinnerungen an diese Zeit, aber vermutlich gibt es viele, bei denen das Wort belastet ist. Nicht nur mit Asbest, das in Schulen über viele Jahrzehnte hinweg verbaut wurde; sondern emotional.
Wer sich aber ganz schulbefreit auf das Abenteuer „lernen“ einlässt, wird schnell merken: Das macht sooooo viel Spaß. Und am schönsten ist es, sein unnützes Wissen zu erweitern.
Ich weiß zum Beispiel seit gestern, was Drinnies sind. Die kannte ich vorher noch nicht. Wobei: irgendwie schon. Denn sie hießen früher einfach anderes. Introvertiert. Häuslich. Stubenhocker. Coach Potatoe. Cocooner. Nerds, wenn sie tech-affin waren. Und dann gab es im 19. Jahrhundert sogar eine ganze Drinni-Epoche namens Biedermeier.
Die Drinni-Nachhilfe gab’s in meinem Lieblings-Geschichts-Podcast „Was bisher geschah“. Wie es dazu kam, ist eine lange und komplexe Geschichte, die Ihr Euch bei Interesse in der Folge vom 15. Juli selbst anhören könnt. Es war auf jeden Fall erkenntnisreich. Denn ich wusste vorher noch nicht, dass Viriginia Woolf, Buddha und Hildegard von Bingen Drinnies waren.
Ach so – die anderen Folgen von WBG sind auch hörenswert. Wirklich. „Was bisher geschah“ ist toll – informativ, spannend und unterhaltsam, OBWOHL man was lernt. Oder vielleicht auch „WEIL“? Egal. Ich höre ihn gern. Und schreibe das als vermutlich lupenreiner „Draußi“. Dann muss das doch stimmen.