13. Januar – fit for 2026 oder auch nicht

Da sind sie wieder … die Q1ler (phonetisch: „Kuheinsler“). So nenne ich die Winter-Sportler, die im ersten Quartal eines neuen Jahres vorübergehend die Fitness-Studios bevölkern. Zum Beispiel, weil sie einen Gutschein dafür bekommen haben. Was meiner Meinung nach ein heikles Geschenk ist. Der oder die Beschenkte könnte ein solches Präsent als Fingerzeig verstehen, etwas für die eigene Form-Vollendung tun zu müssen. Es gibt aber auch Q1ler, die eine Mitgliedschaft selbst erwerben, weil der Weg auf die Waage nach der Weihnachtsfresspause zu Panikattacken führt – und zu Vor-Sätzen, die spätestens (spätestens!) nach einem Quartal zu Nach-Sätzen mutieren.

Da sind Sie nun, die Q1ler, wahlweise am Beinbeuger, an der Latzugmaschine oder der Schulterpresse. Sie rudern am Rudergerät, laufen auf dem Laufband, steppen auf dem Stepper oder fahren auf dem Fahrrad, das im Studio Ergometer heißt. Oder sie tun genau das eben nicht. Denn die Q1ler sind die, die auf diesen Geräten am liebsten einfach nur herumlungern.

Sie sitzen und glotzen dabei auf ihr Smartphone. Ob dann geappt, geyoutubed, getiktokt oder geinstagrammt wird, das weiß ich nicht. Aber es wird wenig gesportelt. Dafür werden die Geräte für diejenigen blockiert, die genau das tun wollen. Das sind die, die auch in den Quartalen zwei, drei und vier ihren Mitgliedsbeitrag abarbeiten und ihren inneren Schweinehund ganzjährig disziplinieren können.

Gut. Sport macht nicht immer Spaß. Auch den Menschen nicht, die das regelmäßig betreiben. Glauben Sie mir. Ich schreibe aus Erfahrung. Richtig gut fühlt man sich schließlich erst nach der Spinningstunde und nicht währenddessen. Und ich kann ich es durchaus verstehen, wenn jemand Tätigkeiten doof findet, die erst dann anfangen, Freude zu machen, wenn man mit ihnen aufhört.

Aber liebe Q1ler – wenn schon, denn schon. Dann zieht auch durch. Ansonsten: Spart euch das Benzin für die Anreise zum Fitness-Studio, spart euch die Monatsgebühr, spart Euch die Zeit. Und wenn ihr ins Studio geht, um zuhause Wasser zu sparen, dann muss der Weg nicht über den Crosstrainer führen. Dann geht doch bitte einfach direkt unter die Dusche.