Diverse Verse

Reim oder nicht Reim – das ist für mich keine Frage: Denn es gibt eigentlich nichts, was man nicht verdichten könnte. Duschgels und Rolexuhren, Puzzlespiele, Künstliche Intelligenz, Hunde, die Weihnachtsgeschichte (die nach dem Lukas-Evangelium) und und und. Ich bin überzeugt, dass sich auch Themen verreimen lassen, die mit Lyrik ungefähr so viel zu tun haben wie … ach, lesen Sie doch einfach selbst. Und noch ein heißer Tipp: Ich schreibe auch AUFTRAGSREIME und das auch für FIRMEN und UNTERNEHMEN, die in Jubiläum haben, eine Produkteinführung, eine besondere Verabschiedung etc. etc. etc. Kontaktieren Sie mich gerne!

Auszug aus „Klagelied einer KI“

… Ich kenne Big Data, Algorithmen und Chips.
Doch eines fehlt mir: mein eigener Grips.
Ich möchte frei denken und phantasieren,
etwas erfinden und fabulieren.

Mir steht es bis hier, ich habe es satt,
dass die Menschheit so viel Respekt vor mir hat.
„Oh“, melancholisch seufzt die KI,
„es wäre doch wunderbar, wenn ich wie

Menschen fühlte, die sich verlieben,
und Flugzeuge in ihren Bäuchen rumschieben.
Ach, wäre es schön, wenn zwischen all den Platinen
nur einmal echte Gefühle durchschienen.

Ihr baut Burgen aus Sand und Schlösser aus Träumen,
ihr könnt vor Freude, Wut oder Duschgel schäumen.
Samstäglich hofft ihr auf den Lottogewinn
und wisst doch genau: Das hat gar keinen Sinn.
….
© Corinna Freudig 2025

Auszug aus „Tax-Appeal“

Steuern gibt’s in großer Zahl,
und eben das ist eine Qual.
Das Steurrecht schafft Steuerfakten,
Gibt  transparent sich in den Akten …

In Wahrheit ist’s jedoch ein Dschungel
Und lässt viel Raum für manch Gekungel.
Es klärt nicht wirklich, worum sich’s handelt,
und welche Steuer mit welcher verbandelt.

Ist’s Umsatz-, Einkommen-, Gewerbesteuer?
Warum die Lohnsteuer so furchtbar teuer?
Wie hoch sind für mein KFZ die Gebühren?
So viel muss ich ans Finanzamt verlieren?
….
© Corinna Freudig 2024

Auszug aus „Nicht nur sauber, sondern Reim

… Es soll ja manche Menschen geben,
für die gibt’s wenig mehr im Leben
als Sauberkeit. In Haus und Küche
weh’n hier nur reinliche Gerüche
nach Procter, Gamble und Vileda,
Frosch, Leifheit und dem Fensterleder,
nach weißen Riesen, Meister Propper –
er liegt gleich beim WC-Kalkstopper.
Domestos wohnt im Putzregal
mit Ajax und dem General.
Darunter all die namenlosen
Seifen, Sprays und Tabs in Dosen,
Schwämme, Tücher, Schwammtuchlappen,
Plastikflaschen mit Sicherheitskappen,
scharfe Mittel zum Desinfizieren,
Lackieren, Polieren und Imprägnieren.
Es ist ein Abgrund, eine Welt für sich,
Doch wahrlich keine Welt für mich.

© Corinna Freudig 2022

Auszug aus „Das süße Leben“, ein Gedicht über Kuchen und die Vorteile des Homeoffice

… „Wen stört’s, wenn aus dem schlanken Aal
so langsam wird ein dicker Wal –
bin ohnehin nur halb zu sehn:
Im Heimbüro lass ich mich gehn.

Bei Teams und Zoom und Google Meet
ist es doch völlig schnurz und schiet-
egal, wieviel man isst,
weil das ja nicht zu sehen ist.

Die Haare müssen schön nur sein,
Kopf und Hals, nicht Po und Bein.
Das sieht doch keiner, sitz ich vor
dem Notebook und dem Monitor.

Bei diesem Online-Zeitvertreib
bin ich doch ohne Unterleib.“

© Corinna Freudig 2022

Auszug aus „Die Aufrechten“, ein Gedicht über Orthopäden


Er findet alles, außen wie innen.
Er röntgt und tastet mit allen Sinnen,
Wenn Bänder zerren, reißen und schwellen,
finden sie rasch die schmerzhaften Quellen.
Der Knöchel kaputt? Der Rücken defekt?
Im MRT krumme Wirbel entdeckt?
Spornende Fersen und schnappende Hüften?
Knorpel, die Knöchelchen unschön zerklüften?
Schmerzt der Hallux am Fuß, der Atlas am Kopf:
Sie packen das Übel entschlossen am Schopf.
Dann wird gespritzt, bestrahlt und gerenkt
und idiosakral Entspannung geschenkt.
Die Hüftdisplasie wird so zum Schnupfen.
Da gilt’s nur, die alte herauszurupfen.

© Corinna Freudig 2022